Rechtsprechung im Wandel der Zeiten

1792 - Der auf frischer Tat ertappte Einbrecher wird zum Tode verurteilt, jedoch nicht mehr auf das Rad geflochten und mit glühenden Zangen gekniffen, sondern am Hochgericht ganz einfach aufgehängt.

1892 - Der auf frischer Tat ertappte Einbrecher wird zu fünf Jahren Kerker verurteilt, jedoch nicht mehr mit Halseisen und Fußfesseln versehen, sondern bei Wasser und Brot ganz einfach eingesperrt.

1996 - Der auf frischer Tat ertappte Einbrecher wird auf der Polizeiwache verhört, jedoch nicht mehr in Untersuchungshaft genommen, sondern nach Feststellung seiner Personalien unter Beifall seiner Freunde entlassen.

In Zukunft - Der auf frischer Tat ertappte Einbrecher wird nach seiner Bewirtung auf der Polizeiwache an den Tatort zurückgebracht. Er erhält ein persönliches Entschuldigungsschreiben des Polizeipräsidenten und eine angemessene finanzielle Entschädigung für den Eingriff in seine persönliche Freiheit. Auf Wunsch spielt das Polizeiorchester aus der Oper "Nabucco" von Verdi den Gefangenenchor.  

Der siebte Sinn der Mütter

Eine Mutter kam zu ihrem Sohn Klaus zu Besuch. Dieser lebte mit einer jungen Dame namens Petra in einer Wohngemeinschaft.

Als sie so beim Essen saßen, spürte die Mutter wohl, dass da mehr sein müsse, als eine bloße Wohngemeinschaft. Klaus, dem die Blicke seiner Mutter nicht verborgen blieben, sagte zu ihr: „Mutter, du irrst Dich. Petra und ich leben in dieser Wohnung lediglich zusammen. Wir haben nichts miteinander.“

Nach dem Essen verabschiedete sich die Mutter.

Nach einigen Tagen sprach Petra Klaus an: „Klaus, kann es sein, dass deine Mutter meine Soßenschale mit genommen hat. Ich vermisse sie, seitdem sie hier war. Sprich sie doch mal bitte an, ob sie sie vielleicht aus Versehen eingesteckt hat.“

Klaus setzte sich hin und schrieb an seine Mutter: „Liebe Mutter, ich will nicht sagen, dass Du es warst. Ich will aber auch nicht sagen, du warst es nicht. Wenn Du also Petras Soßenschale mitgenommen hast, dann sende sie doch bitte wieder zurück.“

Nach einigen Tagen traf die Antwort der Mutter ein: „Lieber Klaus, ich sage nicht, dass Du mit Petra in einem Bett schläfst. Ich sage aber auch nicht, Du schläfst nicht mit ihr in einem Bett. Ich war nun vor einer Woche bei Euch und wenn Petra in ihrem eigenen Bett geschlafen hätte, hätte sie die Soßenschale schon längst entdeckt!“

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