10 Jahre Crescendo
Vier Chöre und ein Orchester in der Protestantischen Kirche

Dunkel war es schon als gegen 18:00 Uhr des 2. Advents 2008 ebensolche Gestalten in kleinen Gruppen durch die Schlosstrasse eilten. Wie kleine Prozessionen strebten sie alle einem einzigen Ziel zu, dem erleuchteten Portal der Protestantischen Kirche. Dort hindurchgetreten, löste sich die Dunkelheit auf wie Nebel, der dem Licht weichen muss, und man erkannte die von der Kälte geröteten Gesichter der Nachbarn, Freunde oder Mitbürger. Schnell füllte sich die Kirche bis auf den letzten Platz mit erwartungsvollen Menschen, auch die Empore.
Nach einem sehr kurzen Grußwort von Pfarrer Richard Hackländer „Sie wollen ja heute nicht mich hören, sondern die Musik“ trat bereits das Zupforchester Essingen unter der Leitung von Denise Wambsganß auf. Sie begannen mit einem Kanon von Johann Pachelbel und spielten danach „Palladio“ von Karl Jenkins und „In den Regenbogen“ von Yoshida und Horie. Wie immer, wenn das Zupforchester spielt, hätte man eine Stecknadel fallen hören, so natürlich auch dieses Mal.

Der Kinderchor unter Leitung von Ina Jäger sang vom Schneemann, einem grünenden Tannenbaum und „Wär der Himmel uns so nah“ von Rolf Zuckowski, dessen Lieder ja am besten von Kinderstimmen interpretiert werden können. Mit lebhaften Bewegungen wurden diese von den Kindern zusätzlich untermalt und sorgten so neben anerkennendem Nicken auch für Heiterkeit.

Anschließend folgte der Frauenchor unter der Leitung von Maria Lisecki ebenfalls mit drei Liedern. „Sunny Light of Bethlehem“, „Maria durch ein Dornwald ging“ und „Danke“ wurde von den katholischen Frauen mit solcher Freude und Hingabe interpretiert, dass man fast durch den „Dornwald“ mitgegangen wäre.

Der Jubiläumschor Crescendo wusste mit „Wo das Dunkel nicht mehr hell wird“ von Gerhard Schnitter, „Jahr um Jahr gewartet“ Christoph Zehender und Johannes Nitsch sowie „Es war Nacht in Bethlehem“ von Peter Strauch zu begeistern. Die Stimmen in diesem Chor sind sehr unterschiedlich und machen in dieser Zusammensetzung wohl den Reiz dieses Chores aus. Daneben sorgen natürlich sehr gute Präzision im Gesang und die bewährte Leitung von Stefan Venter für dieses Hörerlebnis.

Fast zum Schluss sang der Männergesangverein 1865 und erfüllte mit der Menge seiner Sänger und deren kräftigen Stimmen die Kirche. Tief aus der Resonanz kommend wurden diese durch die Akkustik der Kirche noch verstärkt. Wieder einmal ein einmaliges Erlebnis. Der Männergesangverein durfte vier Lieder singen, davon zwei, die Dirigent Hermann Settelmeyer geschrieben hatte. Der Solist des Abends, Bernd König, bildete bei dem Lied „Gnädig und barmherzig“ mit seiner klaren Stimme einen interessanten Kontrast zum Chor.

Ganz zum Schluss sangen alle Anwesenden das Lied Georg Friedrich Händels „Joy to the world“ auf Deutsch. Allerdings bis zum Schluss wollten einige wohl nicht singen, denn die fleißigen Helfer der Kirchengemeinde hatten bereits Glühwein und Brezeln vorbereitet; da war die Verlockung wohl doch größer als der Wille zum Frohlocken.

Insgesamt es ein wunderschöner Abend, der Genuss für alle Sinne transportierte und dem 10jährigen Jubiläum Crescendos absolut angemessen war.
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