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Predigt in Reimen zur Konfirmation
über 1. Kor 13,11-13,
angeregt durch eine Predigt von Pfr. Martin Sommer


Liebe Konfirmanden, liebe Paten und Tanten,
liebe Eltern und Omas, Geschwister und Opas!

Wir feiern heut das Erwachsenwerden.
Ein wichtiger Schritt für das Leben auf Erden.
Nein, Autofahren | dürft ihr zwar noch nicht,
doch die Kirche | nimmt euch in die Pflicht.
Wir trauen euch zu, dass ihr zu glauben versteht
und am 1. Advent auch wählen geht,
wenn das Presbyterium wir neu bestimmen
und unsere Kirche| auch nach 2000 Jahren trimmen.
Ihr sollt selbst | den Glauben in die Hände nehmen,
und euch eurer Eltern | und Paten nicht schämen,
die einst für euch den Glauben bekannten
und euch Gott als ihren Herrn nannten.
Bei der Taufe habt ihr noch geschrieen,
heute ist euer Bekenntnis nicht mehr geliehen,
ihr sagt Ja | zu eurer Taufe vor Zeiten
und lasst euch nun | von Gottes Wort leiten.

Christwerden heißt, durch Gottes Kraft
verstehen zu leben gute Gemeinschaft,
Freude und Schatten des Lebens zu teilen
und auf das gemeinsame Ziel hin zu eilen,
dass Gott uns in Christus vor Augen stellt.
Denn voller Herausford’rung | ist die Welt,
und Abgründe hält sie uns bereit,
die uns belasten zu mancher Zeit.
ER hat uns die Liebe vorgelebt,
in einer Art, die man nie ganz versteht.
Wir werden’s im Laufe des Lebens erfahren,
dass Gott uns voraus ist, auch nach vielen Jahren.
Wir alle bleiben seine Kinder,
und sind wir noch so große Sünder.
Gottes Liebe ist tiefer und süßer
als Essinger Wein für alle Büßer.

Als Kinder habt ihr zu sprechen begonnen,
habt manches Lob eurer Eltern gewonnen.
Und doch habt ihr Neues gelernt, jedes Jahr,
und heut seid ihr | Konfirmanden sogar:
Habt die 10 Gebote gesprochen,
und doch noch manches verbrochen,
Den Psalm 23 gebetet
und das Credo beredet.
Habt Abendmahl und Taufe verstanden,
wie sich’s gehört für Konfirmanden.
Habt euch an Regeln und Kirchgang gerieben
und auf der Freizeit auch Unsinn getrieben.
Gewandert seid ihr bis zur Erschöpfung,
die Herberge erst war eure Erlösung.
Studiertet den Paulus und die Korinther,
und spieltet danach wie die Kinder,
die Frisbee flog von einem zum andern,
„Hauptsache, wir müssen nicht mehr wandern!“
Zwei Jahre habt ihr Unterricht erhalten,
was Christen bewegt, die jungen und alten.
Nein, ihr habt noch nicht alles probiert!
Sonst wüsst ich nicht, wozu Theologie studiert.

Vor uns liegt ein lebenslanges Lernen
und manches wird sein wie das Greifen nach Sternen.
Warum ist die Welt oft so fies?
Paulus erklärt uns bildlich dies:
Im Spiegel von früher, aus Blech schön poliert,
da sehen die Leute sich etwas verwirrt.
Verschwommen erkennen wir unsere Welt
und fragen: Warum regiert hier oft das Geld?
Die Welt | ist ein vages Abbild nur
vor dem, was uns von Gott widerfuhr.
Wo bleibt der Heiland, felsenstark,
der uns doch | als seine Geschwister mag?
Der Geist ist begrenzt, er kann’s nicht erfassen,
und doch brauchen wir nicht die Hoffnung zu lassen,
denn seine ew’ge Vollkommenheit
übersteigt allen Bruch und das Stückwerk der Zeit.
Viel schöner ist’s aus seinem Blick.
Wir schauen dann auf’s Leben zurück,
wenn wir einmal im Himmel uns finden
befreit sind von Stückwerk und viel’n Sünden,
dann werden wir als Kunstwerk verstehen,
was Gott uns zugemutet zu gehen.
Wir alle haben unsere Aufgabe im Leben,
und werden nach ganz Verschiedenem streben.
Gott schenkt uns Gaben noch und nöcher,
als Kleine fragen wir noch Löcher
in den Bauch der Großen und der Weisen
um uns und Gott mal zu beweisen,
was in uns steckt
und Kräfte weckt,
die wir im Korinther längst gelesen
das Höchste für uns Menschenwesen:
Glaube, Hoffnung, Liebe sehr,
zu geben kann es da nicht mehr.

Die Decke der Essinger Kerch han wir betrachtet,
und Kreuz und Anker und Herz als Symbole geachtet.
Es ist der Glaube, die Hoffnung, die Liebe,
sie alle drei sind von gleichem Triebe,
sie stammen von Gott und durchwirken die Welt,
weil Christus sich zu uns als Mensch gesellt.
Die Liebe ist das Highlight hier,
darin unterscheiden wir uns vom Tier.
Was hilft es, im Handball herrlich zu siegen
und in der Schule nur Einser zu kriegen,
wenn du ganz ohne Liebe dastehst,
weder deine noch andre Gefühle verstehst,
weil Coolness heute angesagt ist,
doch Zweifel an deinem Ego frisst.

Die Liebe gilt für jedermann,
für Fremde und den schwarzen Mann,
denn Gott kennt keine Unterschiede,
grenzenlos sei unsre Liebe.
Sie gilt für Mama, Papa und Geschwister
für Mitschüler und für Besserwisser,
für Fremde und für arme Leut,
die gab es damals und auch heut.
Zu lieben, | das ist das höchste Gebot,
zu retten aus noch so großer Not,
zu helfen, wo nur immer ich kann,
zu hoffen für den frustrierten Mann,
zu glauben neu für mich und dich,
dass Gott uns liebt ganz väterlich
und uns begleitet durchs Leben, klar,
mit dieser Kraft, ja, das ist wahr.

Es ist - nicht zuletzt - auch dieselbe Kraft,
aus der wir Pfarrer, die Kirche es schafft,
alljährlich zu taufen und zu konfirmieren
und Menschen zu Gott und zum Glauben zu führen
und aufzunehmen in unser´n Kreis,
auch wenn das Endergebnis man leider nicht weiß.

Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei
sollen euch begleiten auf allerlei
Wegen und Steigen und im finster´n Tal,
Gott wird euch beschützen allemal.
Ihr seid eingeladen zum Leben,
seine Liebe will Gott euch geben,
Wir leben mit ihm in Jesu Namen,
so schließ´ ich die Predigt –-und sage: Amen.

Pfr. Richard Hackländer
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